Dr. Just Neiss - Ganzheitliche Zahnmedizin


Fallbeispiele

Bevor Sie die folgenden Ausführungen lesen, möchte ich mit allem Nachdruck darauf hinweisen,
dass selbstverständlich nicht alle Menschen, die jemals mit einer oder mehreren Kompositen
versorgt worden sind, oder mit anderen potentiellen Krankheitsrisikofaktoren im Zahn-Kiefer-
Bereich belastet sind, daran erkranken (müssen). Die individuellen Reaktionen sind sehr
unterschiedlich und hängen entscheidend von der weiteren Belastbarkeit und Kompen-
sationsfähigkeit des Patienten ab. Dennoch beobachte ich, dass auch Menschen, die
scheinbar gesund sind oder waren, schleichend oder auch recht plötzlich Symptome
entwickeln (können), die dann doch allein durch zahnmedizinische Therapie erfolgreich
behandelt werden können.

Gelenke

Komposite sind sehr häufig an Schmerzen in Muskulatur und Gelenken beteiligt.
Insbesondere bei therapieresistenten Beschwerden an präzise lokalisierbaren Stellen,
gleichgültig ob an Schulter, Finger, Fuß, Hüfte, Leiste, LWS, Knie oder sonstwo, habe
ich inzwischen immer denselben Verdacht: eine Kunststoff-Belastung. Denn in den
letzten Jahren konnten wir dermaßen viele Beschwerden dieser Art durch Nachhärten
wesentlich bessern oder ganz zum Verschwinden bringen, dass sich dieser Verdacht
immer wieder regelrecht aufdrängt.

Verschiedenste Anamnesen und Verläufe sind möglich: Manchmal werden eindeutige
orthopädische Diagnosen gestellt, manchmal von verschiedenen Ärzten verschiedene
Ursachen für ein und denselben Schmerz verantwortlich gemacht, unterschiedlichste
Therapien eingeleitet – auch Operationen, Besserungen finden meistens statt, aber
nicht „der Durchbruch“. Werden dann aufgrund der Ergebnisse der Regulationsdiagnostik
bestimmte Komposite entsprechend den Regeln der Mehrfachpolymerisation (MfP)
nachgehärtet, kann folgendes passieren:

  1. Der Schmerz bessert sich zunächst überhaupt nicht.
    Das kann sich über einen Zeitraum von diversen Nachhärtesitzungen erstrecken.
    Wenn der regulationsdiagnostische Nachtest jedoch weiterhin eine Kunststoff-
    Belastung ergibt und wir wissen, dass die entsprechenden Komposite lichthärtend
    sind, wird so lange weiter nachgehärtet, bis wir keinerlei Belastung mehr feststellen
    oder der Schmerz verschwunden ist. Das kommt erstaunlich oft vor, muss aber nicht
    so sein! Denn selbstverständlich können auch andere Faktoren zu diesem Geschehen
    beitragen.Dass wir bei einer vorhandenen Kunststoff-Belastung keinerlei Besserung
    eines solchen Schmerzes durch Nachhärten erzielen können, ist extrem selten.
  2. Der Schmerz bessert sich schrittweise von Nachhärte-Sitzung zu Nachhärte-Sitzung.
    Dann ist der ursächliche Zusammenhang mit den Kompositen besonders augenfällig.
  3. Der Schmerz bessert sich sofort spürbar oder ist einfach nicht mehr da.
    Falls dies geschieht gibt es zwei mögliche Verläufe: Entweder er stellt sich wieder ein –
    oder nicht. Beides ist möglich. Falls er sich wieder einstellt, sind meist weitere Komposite
    an diesem Schmerz beteiligt, die dann noch nachgehärtet werden müssen.


Ein eindrückliches Erlebnis schilderte eine Frau Ende 50, bei der wir in einer Sitzung den
Kunststoff-haltigen Kleber für eine Keramik-Teilkrone an einem große Backenzahn nach-
gehärtet hatten: Sie konnte wieder eine ganze Stunde spazieren gehen. Dies berichtete
sie wie eine große Sensation: 1. konnte sie dies seit 10 Jahren nicht mehr und 2. hatte
sie nie innerhalb so kurzer Zeit eine derartig erfolgreiche Therapie erlebt. Mein Kommentar:
Wenn entscheidende Ursachenfaktoren im Fachgebiet der Zahnmedizin liegen, können
Orthopäden auch bei allerbestem Willen nicht helfen. Ergänzung: Der Ehemann der Patientin
ist Orthopäde.

Wenn Patienten während der Zeit, in der Komposite nachgehärtet werden, keine neuen
Therapien begonnen haben, erlaube ich mir, die Besserungen ihrer Symptome auf das
Nachhärten zurückzuführen – insbesondere dann, wenn ein enger zeitlicher Zusammen-
hang besteht. Häufig ist der Leidensdruck aber so groß, dass viele verschiedene Wege
zugleich beschritten werden oder andere Medikamente ausprobiert werden, so dass ein
Zusammenhang mit dem Nachhärten der Komposite nicht eindeutig hergestellt werden
kann – falls eine wesentliche Besserung erfolgt ist. Selbstverständlich ist dies so manches
Mal der Fall.

Da sich die Beschreibungen der Patienten im Prinzip sehr ähneln - gleichgültig, ob
von Schülern, Physiotherapeuten, Krankenschwestern, Zahnarzthelferinnen, kräftigen
Männern, älteren Herren, Frauen, die viel am Schreibtisch sitzen oder auch nicht,
und gleichgültig, ob ein Komposit, mehrere oder viele an der Symptomatik beteiligt
sind, möchte ich hier exemplarisch nur „einfache“ Beispiele erwähnen, an denen nur
wenige Komposite beteiligt waren. Zwar beschreibt jedes Beispiel immer nur einen
sogenannten "Einzelfall", von dem bekanntlich nicht auf den statistisch nachgewiesenen
Regelfall geschlossen werden kann, aber solche "Einzelfälle" beobachte ich dermaßen oft,
dass sie inzwischen für mich jeglichen Seltenheitswert verloren haben.

Wenn z.B. innerhalb einer einzigen Familie Mutter, Vater und Tochter an unterschiedlichen,
kunststoffbedingten Beschwerden leiden, bieten sich zwei Interpretationsmöglichkeiten an:
1. Derartige Beschwerden treten "familiär gehäuft" auf, sind also genetisch bedingt.
2. Diese Beschwerden treten eben nicht nur sehr selten bei einigen wenigen Patienten auf,
sondern sind im Gegenteil inzwischen so weit verbreitet, dass sehr viele Menschen darunter leiden -
sogar drei innerhalb einer einzigen Familie.

"Einzelfall": Die 15 jährige Tochter kam aufgrund der dringenden Empfehlung ihrer Mutter zu mir,
die bereits an Hüfte, Arm und Schulter
die erstaunlichen Wirkungen des Nachhärtens heilsam
kennengelernt hatte. Ihr Anliegen: Kniebeschwerden beidseits.
Ergebnis des Tests: Belastung durch ihre Versiegelungen zur Kariesprophylaxe.
Ergebnis nach sehr häufigem Nachhärten: vollständige Schmerzfreiheit.

Ihr Vater, von Berufs wegen ein körperlich tätiger Mann, konnte wegen seiner bisher
nicht therapierbaren Ellenbogenschmerzen mit seinem rechten Arm fast keine Tätigkeit
mehr unbehindert ausführen. Diagnose: Starke
Belastung durch eine „normal“ große Füllung
an einem kleinen Backenzahn. Der
behandelnde Zahnarzt hatte hierfür sehr übliche Materialien
in sehr üblicher Weise
verwendet. Bereits nach der zweiten Nachhärtesitzung berichtete der
Patient von einer
spürbaren Besserung, die sich schrittweise nach jeder weiteren Sitzung verstärkte.
Nach der 7. Sitzung schließlich war der Schmerz „so gut wie weg“, jedenfalls spielte
er im Arbeitsalltag keinerlei Rolle mehr.

Sehr ähnlich erging es einem langjährigen Patienten, dem wir vor Jahren mehrere
Komposit-Füllungen gelegt, aber nie nachgetestet hatten. Sein Schulterschmerz war
erst nach der 10. Nachhärtesitzung verschwunden.

Aber es kann u.U. auch schneller gehen:
Ihr LWS-Schmerz hatte die Patientin schon seit fast einem Jahr sehr eingeschränkt,
bevor wir eine relativ große Backenzahnfüllung zunächst einmalig nachgehärtet hatten.
In ihrer Mail an uns beklagte sie sich, dass ihre Freunde ihr nicht glauben, dass der
Schmerz „sehr, sehr, sehr viel besser ist“.

Überraschend oft sind auch Knieschmerzen Komposit-abhängig.
Eine Frau Anfang 40 hatte sich seit Jahren mit diesen Schmerzen arrangiert, machte
relativ konsequent diverse stabilisierende Übungen, aber sobald die Belastung stärker
wurde, war der Schmerz recht unangenehm. Nach entsprechender Diagnostik wurden
zwei sehr alte Frontzahnfüllungen mehrfach nachgehärtet. Nach Angaben der Patientin
war die Therapie zu 100% erfolgreich.Ebenso erging es einer Frau in gleichem Alter,
nur dass eine andere Stelle ihres Knies wehgetan hatte und auch andere Zähne
beteiligt waren. Erfreulicher Nebeneffekt: Auch ihre beiden Hüftgelenke waren seither
vollständig schmerzfrei.

Bei dem 16 Jahre alten Sohn eines guten Freundes aus Hamburg zeigte sich in der
Regulationsdiagnostik ein Zusammenhang zwischen einer großen Komposit-Füllung
am rechten großen Schneidezahn und seinem rechten Knie, das er nur noch sehr
eingeschränkt beugen konnte, so dass radfahren nicht mehr möglich war. Die Ärzte
hatten eine inoperable Zyste diagnostiziert, eine OP hätte zur Versteifung geführt.
Als nach entsprechender Therapie der Frontzahn-Füllung die Beugungsfähigkeit
sehr allmählich, aber stetig zunahm, irgendwann die Einschränkung und der Schmerz
nur noch Erinnerung waren und die verabredete Kontrolluntersuchung stattfinden
sollte, prüfte der Radiologe zunächst die Aufnahmedaten des alten und neuen
Röntgenbildes und wunderte sich: Die Zyste war vollständig verschwunden.
Ausgestattet mit diesem Wissen, den Bildern und verschiedenen Infos über
Zahnzusammenhänge, die ich ihm mitgegeben hatte, ging er dann zur Untersuchung
zum Prof. in der Uniklinik. Sein Kommentar zu den Bildern: „Sowas habe ich
noch nie gesehen. Das muss ich meinen Kollegen zeigen.“ Den Versuch der
Erklärung mithilfe des bereitgehaltenen Info-Materials wehrte er sofort ab:
„Die Kaffeepreise steigen auch gerade.“

Diese Beispiele für Komposit-bedingte Gelenkschmerzen mögen genügen, um
die mögliche Unterschiedlichkeit der Auswirkungen und Verläufe zu schildern –
gleichgültig welches Gelenk betroffen ist, das Knie, der Fuß, die Finger, die
HWS etc. Zwei kurze Ergänzungen möchte ich exemplarisch dennoch anfügen,
denn neben den Kompositen können auch andere Ursachenfaktoren aus dem
Fachbereich der Zahnmedizin beteiligt sein: Ich erinnere u.a. an mein Schulter-Arm-
Syndrom, das ursächlich von entzündeten Kieferknochen eines wurzelbehandelten
Zahnes ausging. Der seit Wochen sehr schmerzhafte Ellbogen einer Patientin
besserte sich bereits innerhalb weniger Tage nach der ersten Behandlung an einem
abgestorbenen Zahn um ca. 75%.

Energieniveau, Konzentration, Stimmungszustände

Neben Muskel- und Gelenkbeschwerden scheinen Komposite sehr häufig auch an
völlig unspezifischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen maßgeblich beteiligt zu
sein, z.B. an Mattigkeit, Schlappheit, reduziertem Energieniveau in sehr unterschied-
licher Stärke, Verminderung der Konzentrations- und Denkfähigkeit, auch in beängstigendem
Maß, von „Nebel im Kopf“, von früher unbekannten Stimmungsschwankungen und
depressiven Zuständen. Wenn sich nach konsequenter, u.U. langwieriger Komposit-
nachhärtung der Zustand „zufällig“ grundlegend verbessert, bin ich wiederum geneigt
anzunehmen, dass die Komposite entscheidend beteiligt waren.

Frau S. E., Mitte 50
Zustand: Niedriges Energieniveau, chronische Müdigkeit, leicht reizbar, depressive
Zustände seit 3 Monaten. Nach Nachhärtung ihres einzigen Komposits an einem
kleinen Backenzahn berichtete sie: „Ich wollte es zunächst kaum glauben, als ich
schon am nächsten Morgen eine leichte Besserung verspürte und schob dies auf meine
Einbildungskraft. Nach einigen Tagen aber war es nicht zu übersehen: Seit der
Nachhärtung stehe ich morgens wieder normal auf, meine Grundstimmung ist wesentlich
besser, und ich fühle mich insgesamt deutlich kräftiger.“

Herr R. A., Anfang 30
Vor etwa eineinhalb Jahren hatte er sich sein Amalgam entfernen lassen.
Danach reduzierte sich seine körperliche Belastbarkeit deutlich, seine Nackenmuskeln
begannen zu schmerzen, dann auch die Arme, Beine und der Rücken. An weiteren
Beschwerden gab er Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwellungen der Unterkiefer-
Lymphknoten und Tinnitus an.Nach 7 Nachhärte-Sitzungen von div. Kompositen brach
er die Behandlung ab, da sich sein Zustand und Befinden um 50 bis 60% gebessert hatte:
„Mir geht es gut, wenn ich 2x pro Woche schwimme.“


C. M., 9 Jahre
Eigentlich war seine Mutter bei mir in Behandlung, aber nachdem sie einen meiner
Artikel über die Kunststoffe gelesen hatte, fragte sie, ob ich vielleicht auch etwas für
ihren Sohn tun kann: Er träumt gern vor sich hin, in der Schule aufzupassen fällt ihm
extrem schwer, sich zu konzentrieren ist überhaupt nicht „sein Ding“. Sein Zustand
war als ADS diagnostiziert worden (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom). Der regulations-
diagnostische Test ergab eine starke Kunststoff-Belastung, die von seinen Versiege-
lungen ausging. Nach der zweiten Nachhärtesitzung berichtete seine Mutter von
einem für alle Beteiligten sehr überraschenden Ereignis: Die Lehrerin hatte ihn für
gutes Aufpassen gelobt und ihm dafür zwei Smilies gegeben. Im Laufe von fünf weiteren
Nachhärtesitzungen nahm seine Konzentrationsfähigkeit sehr allmählich weiter zu.

Frau N. H., Anfang 60 schreibt:
Nach dem Einsetzen meiner neuen oberen Zahnprothese mit Einzementierung von
6 Keramik-Teleskopkronen bekam ich am selben Tag rasende Kopfschmerzen,
wie ich sie noch nie in meinem Leben gehabt habe. Wie wenn einem der Schädel
zerspringen wollte. Außerdem fühlte sich mein ganzer Körper völlig kaputt,
zerschlagen, erledigt, ohne jede Energie und so, als ob er nicht mehr meiner war.
Sofort am nächsten Tag wurden die lichthärtenden Verblendungen meiner Prothese
ganz oft nachgehärtet. Ich ging bereits mit einem viel freieren Kopf aus der Praxis.
Im Laufe der darauf folgenden Stunden verschwanden die Beschwerden ganz und
sind bis heute – Gott sei Dank – auch nicht wieder aufgetreten.

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich nach einer Kunststofffüllung an einem kleinen
Backenzahn im linken Unterkiefer: Am nächsten Tag bekam ich starke Depressionen,
fühlte mich total schlapp und hatte Schmerzen im Herzbereich (dumpfes sehr un-
angenehmes Ziehen, ein Gefühl von Enge). Solche Herzbeschwerden waren mir
bisher auch nicht bekannt.  Das Zahnfleisch war stark geschwollen und schmerzte.
Nach fünf Tagen wurde die Füllung zum ersten Mal nachgehärtet, was mir spürbare
Erleichterung brachte. Ein paar Tage später wurde sie noch einmal nachgehärtet,
worauf sich die Beschwerden noch einmal deutlich besserten. Nach der dritten und
letzten Nachhärtung waren sie völlig verschwunden. Ich bin sehr froh, dass mir geholfen
werden konnte.
N. H.

Zum Abschluss dieses „Kapitels“ möchte ich einen durchaus besonderen und sehr
ausführlichen Bericht einer Patientin anfügen, der so ausführlich ist, dass wir ihn
durch eine andere Schrift gekennzeichnet haben, damit Sie Gelegenheit erhalten,
ihn zu überspringen, wenn Sie wollen.

Am Montag, den 19.04.2010 hatte ich um 9.30 einen Termin bei meinem Zahnarzt
in Heidelberg, dazu kam kurzfristig ein Geschäftstermin in Zürich, der Zug sollte um
14.30 in Mannheim abfahren. Bei Anfrage in der Praxis wurde mir versichert, dass die
Zeit ausreicht, wir nicht verschieben müssen. Wie es aber immer so kommt, der Abdruck,
der gemacht worden war, war nicht in Ordnung, konnte aber aus Zeitmangel dann doch nicht
wiederholt werden, und überhaupt wurde es dann plötzlich sehr eng mit der Zeit und ich musste
regelrecht davon eilen. Ich hatte Mühe, die Treppen runter zu gehen und in mein Auto
einzusteigen, da mir so die Knie schmerzten. Der Kiefer, oder die Kiefergelenke schmerzten
und ich musste mich erst mal ordentlich ausschütteln und dehnen und hin- und herbewegen
als ich zuhause
war.

So eine längere Sitzung im Behandlungsstuhl ist halt nicht mein Ding. Stillsitzen war
noch nie mein Vergnügen und überhaupt sollte es „Liegung“ heißen, denn man liegt ja
mehr, als dass man sitzt.

Zuhause habe ich schnell den Koffer geschnappt (besser hätte ich ihn gleich mit-
genommen) und bin ins Büro gedüst, um dort zu erfahren, dass die Reise wegen der
Staubwolke der Vulkantätigkeit mit den damit verbundenen internationalen Flug-
sperren verschoben worden war. Na Super! Da hätte ich meine Behandlung beim
Zahnarzt zu Ende bringen können. Hatte er nicht sogar weniger als sonst die
Füllung ausgeleuchtet? Und nun noch mal die Abdruckmasse und das ewig lange
Mundaufsperren…Der Kiefer will sich gar nicht beruhigen. Und alle Gelenke tun weh,
ich weiß gar nicht, wie ich das Knie setzen, stellen, legen soll. Mein Gesicht glüht….
ich bin aber auch so was von empfindlich geworden. Wird Zeit, dass ich Urlaub mache.
Und überhaupt geh ich jetzt heim. Wären wir nach Zürich gefahren, könnte ich auch
nicht länger arbeiten.

Um 16.30 bin ich dann nachhause gefahren, da ich mich nicht mehr konzentrieren
konnte und mir alles weh tat, alles - vom Scheitel bis zur Sohle. Nachdem ich mich
mühsam mit meinem Hund „Gassi“ durchs Gelände geschleppt hatte, musste ich
mich hinlegen, so fertig war ich. Da blieb ich dann 2 Tage und Nächte mehr oder
weniger liegen und habe fast ununterbrochen geschlafen. Ein Glück wurde die
Zürichreise verschoben! Mit dem verquollenen Gesicht hätte ich mich nicht so
gut gemacht.

Ich kann mich nicht erinnern, dass je eine Zahnbehandlung solche Auswirkung
gehabt hätte. Und ein Wunder, dass ich nachts nicht durch diese Gelenkschmerzen
gestörtworden war, die mich tags immer wieder aus dem Schlaf gerissen hatten,
weil ich keine Position fand, die Beine zu legen, ohne dass der Schmerz im Knie
unerträglich war. Über das Suchen nach der besten Position fiel ich wieder in
Tiefschlaf. Nur einmal wurde mir nachts ein Schmerz bewusst, und ich dachte
noch, so stelle ich mir Ischiasschmerzen von Erzählungen vor. Geht der so weit
hoch? Es war seltsam, aus dem Knie hinten entlang über den Po, wie in einer Bahn,
bis zum Rippenansatz am Rücken. Interessante Erfahrung. Wenn es mir nur nicht
zu allem Überfluss auch noch so schlecht gewesen wäre. Speiübel war mir die ganze
Zeit über. Schon der Gedanke an Essen würgte mich und verursachte Brechreiz.
Naja, viel Schlafen hilft Wunder. Dienstag und Mittwoch habe ich jedenfalls total
verpennt.

Donnerstag und Freitag gingen mit so viel Arbeit schnell rum, und ich habe schon
nicht mehr registriert, dass mein Gesicht leicht brennt und juckt. 2 – 3 mal hatte
ich das Gefühl, etwas aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein, musste ich
mich doch am Türrahmen festhalten, oder an der Wand kurz anlehnen.
Vielleicht war ich zu schnell aufgestanden? Irgendwie ist der Kreislauf angeknackst.
Ich sollte doch mit allem etwas kürzer treten und mich langsam auf „Alter“ einstellen.
Aber wird man über Nacht älter? Bestimmt habe ich auf die Spritze beim Zahnarzt
reagiert. Die hat sowieso nur so zögerlich gewirkt!

Das Wochenende ist ja zur Erholung bestens geeignet. Mit viel Schlaf ging es schnell
rum, und ich habe mich dann auch nicht mehr groß ums Altern gekümmert. Montag
war wieder volles Programm im Geschäft, also keine Zeit drüber nachzudenken,
abends zu müde zu telefonieren und morgen ist auch noch ein Tag….Der Blick in
den Spiegel am Dienstag hat mich dann doch geschockt! Wie siehst du denn aus!
Meine Güte, so lange wirkt keine Spritze nach, und schon gar nicht mit Unter-
brechung. Wohl zu lange in der Sonne gelegen?! Dick geschwollen und ganz rot,
das Dreieck um Mund und Nase. Wenn es mir nur nicht so elend wäre. Ich mag
gar nichts essen…das bin doch nicht ich?! Na ja, mit der provisorischen Kauleiste
geht es sowieso nicht so gut. Komisch, die „Alten“ hatten vorher nicht geschmerzt,
bevor der letzte dazu kam. Und der Druck im Kopf lässt die Konzentration auch
nicht wirklich zu. Wenn ich die zwei Punkte am Augenbrauen-ansatz über der
Nase drücke, schmerzt es aber richtig! Bis ins Kleinhirn hinten. Seltsam. Ist das
immer so? Also nicht drücken, schön, wenn der Schmerz nachlässt! Die Schwellung
im Gesicht brennt kribbelnd. Wie eine Allergie. Vielleicht sollte ich doch mal einen
Termin beim Arzt einholen? Aber was erzähle ich ihm? Ich habe nichts gegessen
oder getrunken, was so was auslösen könnte. Vielleicht kommt es doch von der
Zahnbehandlung?

Am besten mal dort anrufen und nachfragen. Ok, sofort hin und – „völlig klar“:
Die neue Füllung war nicht genug belichtet. Und wieder im Behandlungsstuhl
zur „Sitzung“ oder „Liegung“. Und wie lege ich das schmerzende Knie?
Nach mehreren Beleuchtungen, oder Nachhärtungen, war plötzlich der Knieschmerz weg.
Wie die totale Stille nach einer Techno-Beschallung! ------------
Was macht der Druck im Kopf? Und die zwei Augenbrauenpunkte? Weg!
Kein Schmerz mehr! Und was ist mit dem Handgelenk? Das habe ich doch
mehrfach ausprobiert. Irgendeine Bewegung mit dem Arm hat im Handgelenk außergewöhnlichen
Schmerz verursacht. Unglaublich. Ich musste diese Bewegung mit Erstaunen mehrfach
wiederholen, da ich diesen Schmerz noch nie wahrgenommen hatte. Was es alles gibt!
Man entdeckt sich doch immer wieder neu. Schade, dass ich nicht mehr weiß, welche
Bewegung es war, aber nun tut überhaupt nichts mehr weh.

Mit lauter Schlafen hatte ich keine Zeit über all die vielfältigen Schmerzen nachzudenken,
hat mir doch alles weh getan. Selbst das linke Kiefergelenk hat sich plötzlich beruhigt.
Dachte ich auch noch, dass es eine Weile andauern wird, so lange wie ich den Kiefer
aufgesperrt hatte. Und nun schmerzt auch der eine „Alte“ nicht mehr unter dem Provisorium.
Alles weg mit ein wenig mehr Licht?????
Na gut, mal sehen, was mein Gesicht morgen früh zeigt…….

Wenn ich das jetzt lese, (mein Gesicht ist übrigens wieder ganz das „Alte“),
kann ich nicht glauben, dass ich es selbst erlebt hatte. Und hätte ich´s nicht
sofort aufgeschrieben, wüsste ich sicher nichts mehr davon. Außer, dass ich
tierische Schmerzen hatte und ein elendes Unwohlsein. Und dass es endete
nach mehreren weiteren Belichtungen (oder heißt es Beleuchtungen?).

Ich heiße N. N., bin 57 Jahre alt und eine regelmäßige Zahnarztpatientin
(meine Schwachstelle). Aber so was habe ich noch nie erlebt!!
Dass eine Zahnfüllung das ganze top-fitte Leben radikal zum Horror machen kann,
das gibt mir sehr schwer zu denken.
Die Vorstellung, man hätte nun nicht gewusst, woran es liegt…..

Zyklusstörungen

Eine Patientin Mitte Dreißig hatte seit dem Absetzen der Pille sehr unter verstärkter
und zwei Wochen andauernder „Regel“-Blutung zu leiden, die zudem von übermäßigen
Schmerzen begleitet war. Die Besserung dieser Beschwerden vollzog sich schrittweise
über drei Menstruationen, begleitet von ebenfalls allmählichem Abklingen der seit vielen
Jahren bestehenden Symptome Energiedefizit, Schwindel, Übelkeit und „Hautunreinheiten“.
Erst nachdem fast alle der 14 Komposit-Füllungen nachgehärtet waren, stellte sich
wieder eine 4-wöchentliche, „normal” schmerzhafte, einige Tage dauernde Regelblutung
ein. Bezüglich der weiteren Symptome gab sie rückblickend eine Besserung um 75-100% an.
Diese Besserungen blieben konstant, ebenso wie bei den oben beschriebenen Patientinnen.

Empfohlen von einer ärztlichen Kollegin kam eine andere Patientin Mitte Dreißig zwar
auch hauptsächlich wegen Ihrer seit 6 Jahren sehr unregelmäßigen Zyklen und ihres
unerfüllten Kinderwunsches zu mir, gab in der Anamnese aber auch Bluthochdruck und
diverse Allergien an (Hausstaub, Tierhaare, Blütenpollen, Schimmelpilze). In unserer
Diagnostik zeigten sich als Hauptbelastungsfaktoren zwei Kompositfüllungen an den
Zähnen 11 und 15. In der dritten Nachhärtesitzung – Beobachtungszeitraum zweieinhalb Monate –
berichtete sie von deutlich verbesserten Hormonwerten, die für die Gynäkologin unerklärlich
gewesen waren, und von mehr psychischer Ausgeglichenheit. Zwei weitere Sitzungen waren
noch nötig, um auch die restliche Komposit-Belastung noch zu therapieren. Vier Monate
danach gab sie eine Besserung ihres Hochdrucks, ihrer sämtlichen Allergien und ihres
Zyklus um 98% an, nach zwei Jahren ebenfalls.

WEITERE FALLBEISPIELE WERDEN DEMNÄCHST ERGÄNZT